Der Wandel ist kein Bruch, sondern Kontinuität.
Vom Lehen über den Fideikommiss zum freien Eigentum, vom Vorwerk zum Eigenbetrieb: Der Hof hat sich immer wieder neu aufgestellt.

Geschichte
Die Geschichte des Hofguts Bodelshofen ist Zeugnis einer anhaltenden Anpassungsfähigkeit: von der Herberge für Pilger auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela zu Wohnungen für Mitarbeiter und Dritte, vom Lehen der Herzöge von Teck und Württemberg über den Fideikommiss zum freien Eigentum, vom Vorwerk zum landwirtschaftlichen Eigenbetrieb, von Rindern, Hühnern und Schweinen mit Hofladen zu Pferden, Büros und gemeinschaftlichen Veranstaltungen. Die Grundlagen bildeten und bilden dabei immer Land, Forst und Jagd.
1268
Erste Erwähnung von Ort und Hof Bodelshofen
1740
Erwerb durch Franz Gottlieb Freiherr von Palm
280 +
Jahre stetiger Wandel in der Familie
Chronik
Vor 1740
Die Herzöge von Zähringen, Teck und Württemberg wechselten sich als zuständige Fürstenhäuser in Bodelshofen ab. Das Dominikanerinnenkloster in Kirchheim übte die Grundherrschaft über Dorf und Hof in Bodelshofen bis zur Reformation ab 1534 aus. Wechselnde ritterschaftliche Familien wurden mit einem Lehen ausgestattet. Die Herren von Wernau vereinbarten 1545 mit Herzog Ulrich von Württemberg den Abbau seines alten Schlosses in Kirchheim und dessen Wiederaufbau in Bodelshofen. Sie nahmen hier ihren Wohnsitz und gründeten ein Erbbegräbnis in der Jakobuskapelle. Dorf und Hof wurden 1616 unter dem Haus Württemberg evangelisch. In der Folge wird das Hofgut mehrfach als Heiratsgut übertragen.
1740–1947
Franz Gottlieb Freiherr von Palm erwarb 1740 das Gut Bodelshofen und errichtete einen Fideikommiss. Die Familie Palm bewirtschaftete seitdem das Hofgut von Esslingen und Steinbach aus, durch 17 Fideikommiss-Herren bis 1925 und zwei Eigentümer. 1947 erfolgte die Übergabe an Gudrun Freifrau von Massenbach, geborene Freiin von Palm. Nach ihrer Vertreibung aus Mecklenburg nahm sie erstmals den familiären Wohnsitz in Bodelshofen. Damit ging das Hofgut an die Familie Massenbach über.
1947–1995
Acker, Grünland und Forst wurden im Eigenbetrieb bewirtschaftet, zunächst mit Arbeitspferden, Rindern und Hühnern. Traktoren ersetzten die Arbeitspferde, Milchkühe kamen nach Fleischrindern. Ab 1971 folgten Pferde unter Dr. Heiko Freiherr von Massenbach im ersten Pensionsstall des Landkreises. Schweine prägten den Hof und Landluft zwischen 1978 und 1992 und wurden im Hofladen neben Käse, Nudeln und Eiern direkt vermarktet. Die Landwirtschaft umfasste zeitweise mit zwei Pachtbetrieben 230 Hektar.
1995–2026
Die Ackerflächen wurden 1995 zur Golfanlage umgewandelt. Die landwirtschaftlichen Flächen wurden zunehmend verpachtet, die Golfanlage nutzte den leeren Schweinestall. Die Pferdehaltung wuchs ab 2005 unter Georg Freiherr von Massenbach auf 80 Tiere, 2026 sind es noch rund 60. Der Getreidespeicher entsprach nicht mehr den Anforderungen der modernen Landwirtschaft, zwischenzeitlich als Hobby-Autowerkstatt genutzt ist er seit Juni 2026 privater Veranstaltungsraum. Auf dem Hofgut besteht nun eine Mischnutzung aus Wohnen, Arbeiten, Reiten und Veranstaltungen – immer auf der Basis der ursprünglichen Land-, Forst- und Viehwirtschaft.
„Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen.“
Heraklit von Ephesos, ca. 520–460 v. Chr., später zusammengefasst von Platon mit „Panta rhei – alles fließt“.
Bedeutung
Historische Bilder
Was daraus folgt
Vom Lehen über den Fideikommiss zum freien Eigentum, vom Vorwerk zum Eigenbetrieb: Der Hof hat sich immer wieder neu aufgestellt.
Landwirtschaft, Tierhaltung, Hofladen, Pferde, Golf und Gewerbe – unterschiedliche Nutzungen haben den Hof zu verschiedenen Zeiten getragen.
Bei allen Veränderungen blieb die Bewirtschaftung von Land, Forst und Jagd das Fundament des Hofguts.